Das einfachste Entspannungsverfahren der Welt haben wir immer bei uns und können es sofort anwenden: die Atmung. Auch unser Bild von unserem letzten Nordseeurlaub lädt einfach nur zum tief durchatmen ein, oder?
Für alle Stoffwechselvorgänge in unserem Körper brauchen wir Sauerstoff. Unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden hängen also wesentlich von unserer Atmung ab: nur wenn die Versorgung mit Sauerstoff und die Entsorgung der Schlackenstoffe reibungslos funktionieren, sind wir wirklich leistungsfähig.
Viele Menschen atmen zu flach. Alltägliche Hektik, Stress, seelische Belastung, mangelnde Bewegung: Wir nehmen zu wenig Sauerstoff auf und geben zu wenig Schlackenstoffe ab. Die Folge: Wir werden müde, fühlen uns ausgelaugt, uns wird vielleicht mal schummerig und wir werden leichter krank.
Unter Anspannung wird die Atmung flach und stoßweise (auch, wenn man sich am Schreibtisch ein Loch in den Bauch ärgert). Der Körper geht nämlich in den Angriffs- oder Fluchtmodus. Beides sind noch urzeitliche reflexartige Verhaltensmuster mit dem Ziel, die eigene Haut zu retten – entweder durch Wegrennen (Flucht) oder durch Angriff. Für solche blitzartigen Reaktionen braucht man v.a. den Einsatz der Muskeln. Die schnelle, flache Atmung versorgt dann, vereinfach ausgedrückt, nur die Muskeln mit Sauerstoff, um schnell in die Gänge zu kommen. Andere Körperregionen wie Gehirn oder innere Organe müssen dann mal für eine kurze Zeit mit weniger Durchblutung und Sauerstoff auskommen. Da wir aber heutzutage weder vor einem Säbelzahntiger weglaufen noch diesen erschlagen müssen, uns aber trotzdem häufig in Stresssituationen befinden (der Chef will ständig was, das Handy funkt im Minutentakt neue Posts usw.), schlaucht dieses ständige Auf und Ab der Sauerstoffversorgung. und was schlaucht, macht schlapp und müde.
Die gute alte Verschnaufpause
ist deshalb das beste Entspannungsprogramm, das man sich selbst gönnen kann – jederzeit und überall!. Dafür braucht es keine Yogamatte. Es reicht, wenn man für einige Augenblicke die Augen schließt und erstmal tief durchatmet.
Tief durchatmen – so geht´s:
Egal ob im Stehen, sitzen oder Liegen: Legen Sie Ihre Hände sanft übereinander auf den Bauchnabel und atmen Sie langsam (zählen Sie z.B. gemütlich bis 4) durch die Nase ein, und zwar so, dass Sie spüren, wie sich Ihre Bauchdecke unter den Händen hebt, bzw. wie ein Blasebalg aufpumpt. Dann verharren Sie kurz (sagen Sie einundzwanzig) mit dem aufgeblähten Bauch und anschließend atmen Sie langsam (auch mindestens bis 4 zählen) wieder aus und spüren dabei, wie der Bauch wieder flach wird. Anfänglich ist das Ausatmen durch den Mund einfacher, wenn man Übung hat, atmet man auch durch die Nase aus. Kurze Pause, wieder ,“einundzwanzig“ sagen, und dann beginnt die neue Einatmung. Wichtig dabei: die Schultern bleiben entspannt. Sollten Sie beim Einatmen die Schultern mit hochreißen, sind Sie noch in der Stressatmung, schnappen also nach Luft. Sobald Sie den Blasebalg unter Ihren Händen auf dem Bauch spüren, fließt der Atem, wie er soll.
Wie oft?
Einmal ist besser als keinmal, zweimal ist besser als einmal. Das wichtigste ist, dass Sie einfach mal anfangen. Unsere Redakteurin hat als Ziel immer acht Durchgänge – einfach, weil im chinesischen Kulturkreis, der sie geprägt hat, die Acht eine Glückszahl ist.
Hinweis: Ziel dieses Impulse-Artikels ist lediglich, allgemeine Tipps zu Entspannung und Wohlbefinden zu geben, ohne jeglichen Bezug zu individuellen gesundheitlichen Gegebenheiten der Leser. Es handelt sich um keinerlei heilkundliche Anamnesen oder Diagnosen, keinerlei Therapien oder Behandlungen im medizinischen Sinne und ersetzt auch keinerlei medizinische Behandlung. Wir stellen keine Heilung in irgendeiner Form in Aussicht noch versprechen wir solches.

