Beratertypen am Markt


Was macht eigentlich ein „Versicherungsmensch“?


Klärung der unterschiedlichen Berufsbilder in der Versicherungsvermittlung und Versicherungsberatung

Wenn Sie eine Versicherung brauchen, vereinbaren Sie üblicherweise mit dem „Versicherungsmensch“ einen Termin, wahlweise auch mit dem „Versicherungsfuzzi“ oder „Versicherungsfritze“. Diese doch sehr unspezifischen Hilfsbegriffe für eine ganze Branche zeigen die große Unkenntnis der Verbraucher über am Markt zugelassenen Berufsgruppen. Dabei gilt auch für den Abschluss von Versicherungen: Jeder (Kunden-) Topf findet seinen (Berater-)Deckel.

Und das ist gut so, denn die Welt der Finanzprodukte ist in den letzten Jahren immer komplexer geworden. Das liegt neben Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen auch an der teilweise sehr kreativen Ausgestaltung von neuen Produkten der am Markt befindlichen Gesellschaften – Versicherungen, Banken, Bausparkassen. Selbst Fachleuten fällt es oftmals schwer, die Produkte auf den ersten Blick zu verstehen.

Wie also kommen Verbraucher an die für sie passenden Lösungen – und vor allem mithilfe von wem?

Einen ersten Überblick können sicherlich Empfehlungen von Institutionen wie Finanztest sein. Dabei bleibt es jedoch, denn ein solches Heft kann nur modellbezogen die angebotenen Lösungen untersuchen und hat nicht den Anspruch, die individuelle persönliche Situation des Lesers abzubilden oder gar die passenden Lösungen vorzuschlagen.

Deshalb möchten wir an dieser Stelle die verschiedenen Berufstypen der Versicherungsvermittlung vorstellen. So können interessierte Leser sich selbst ein Bild machen, welcher Vermittlertypus zu ihnen passt.

Doch zuvor ein paar Worte zu einem generellem Thema ansprechen, das in der Öffentlichkeit stets den Hauch des unseriösen oder gar verwerflichen hat: die Vergütung des „Versicherungsmenschen“ – durch Provision. Die Provision oder Courtage stellt das übliche Vergütungssystem für Versicherungsvermittlung in Deutschland dar. Ihr Versicherungsmensch geht seiner Arbeit nach und wird dafür bezahlt. Das ist der übliche Ablauf in unserem Wirtschaftsleben. Oder kennen Sie jemanden, der unentgeltlich seinem Beruf nachgeht?

Problematisch wird es dort, wo überhöhte Provisionen gezahlt werden und damit falsche Anreize für die Beratung und Vermittlung gesetzt werden. Ein seriöser Versicherungsvermittler wird nicht das Produkt mit der höchsten Provision empfehlen sondern das Produkt mit den besten Leistungen, die Ihrem individuellen Bedarf entsprechen. Die Vergütung durch ein Honorar des Kunden stellt eine weitere Vergütungsmöglichkeit für die „Versicherungsberater“ dar und soll deutlich machen, dass der Berater völlig unabhängig von einem Verkauf ist und keinen Interessenskonflikten unterliegt.

Wir bei yourCONSULT vertreten die Ansicht, dass eine gute Beratung nicht von einem Vergütungsmodell abhängt.

Es kommt vielmehr auf die Einstellung des Beraters zu seiner beruflichen Tätigkeit an. Wesentliche Kriterien für einen seriösen Berater sind, welchen Marktüberblick hat er, über welche berufliche Qualifikationen und Erfahrungen er verfügt er, welchen Marktüberblick er hat, welche Analyse- und Vergleichssoftware er einsetzt, und ob er sich regelmäßig weiterbildet.

Prinzipiell sollte Ihnen stets bewusst sein, dass eine gute Beratung es wert ist, dafür Geld auszugeben – seriöse „kostenlose Beratung“ gibt es nicht.

Jeder Topf findet seinen Deckel – oder die Bedeutung von Marktneutralität/Unabhängigkeit

Aus unserer Sicht ist es umso wichtiger, bei der Beratung auf das Kriterium der „Marktneutralität/Unabhängigkeit“ zu schauen. Ob einer der vorstehenden Berater/Vermittler marktneutral/unabhängig ist, können Sie insbesondere anhand der nachfolgenden Kriterien erkennen…

● ist der Berater /Vermittler im Auftrag lediglich eines Versicherungsunternehmens / eines Produktgebers tätig, handelt es sich in der Regel um einen Ausschließlichkeitsvertreter und es liegt Abhängigkeit von einem Unternehmen vor

● ist der Berater / Vermittler im Auftrag mehrerer Versicherungsunternehmen / Produktgeber tätig, handelt es sich in der Regel um einen Mehrfachgenten und es liegt eingeschränkte Abhängigkeit vor, bedeutet eine Abhängigkeit von mehreren Unternehmen

● ist der Berater/Vermittler in einem Strukturvertrieb eingebunden, ist er ein Ausschließlichkeitsvertreter dieses Vertriebes und es liegt eine eingeschränkte Abhängigkeit genau zu diesem Vertrieb vor

● ist der Berater /Vermittler hingegen im Auftrag und auf Seiten des Kunden tätig, ohne von einem oder mehreren Produktgebern / Versicherungsunternehmen beauftragt zu sein, handelt es sich in der Regel um einen Versicherungsmakler und es liegt Unabhängigkeit vor

● ist der Berater mit der geschützten Bezeichnung "Versicherungsberater“ nur im Auftrag des Kunden tätig, ist völlige Unabhängigkeit gewährleistet

● ist der Berater ein online-Vergleichsportal, handelt es sich in den meisten Fällen um einen digitalen Versicherungsmakler, was den meisten Usern unbekannt ist. Mit dem online-Abschluss einer Police entsteht ein Maklermandat.

● auch Versicherungs-Apps sind meist digitale Versicherungsmakler. Hier empfiehlt es sich bei der Registrierung zu prüfen, ob Sie damit automatisch ein Maklermandat eingegangen sind.