Die Gesetzliche Rentenversicherung

"Die Rente aus der Rentenversicherung muss Altersarmut verhindern, sie darf nicht nur ein Zuschuss, sondern muss ein Ersatz für den ausgefallenen Lohn sein und soll durch dynamische Anpassungen den Kaufkraftverlust durch die Inflation ausgleichen."

Dieses Ziel verfolgten die Politiker im Jahr 1957 mit der großen Rentenreform und der damit verbundenen Einführung der umlagefinanzierten Rentenversicherung.

Ein Arbeitnehmer sollte demnach nach 45 Versicherungsjahren auf eine Altersrente von 67,5% seines früheren Bruttoeinkommens hoffen dürfen.

Naja, Ideen dürfen und sollen auch geträumt werden. Heute redet die Politik von einem Rentenniveau von etwa 48%, wobei sich dieser Prozentsatz nicht auf das Bruttoeinkommen bezieht – die Berechnung hier ist etwas komplexer.

● Definition Rentenniveau nach § 154 SGB VI :

…. verfügbare Standardrente ist die Regelaltersrente aus der allgemeinen Rentenversicherung mit 45 Entgeltpunkten ohne Berücksichtigung der auf sie entfallenden Steuern, gemindert um den allgemeinen Beitragsanteil sowie den durchschnittlichen Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung und den Beitrag zur Pflegeversicherung; verfügbares Durchschnittsentgelt ist das Durchschnittsentgelt ohne Berücksichtigung der darauf entfallenden Steuern, gemindert um den durchschnittlich zu entrichtenden Arbeitnehmersozialbeitrag einschließlich des durchschnittlichen Aufwands zur zusätzlichen Altersvorsorge.

● An einem Beispiel wollen wir diesen komplexen Satz für Sie erklären:

Rentner Horst war 45 Jahre als Handwerker berufstätig, sein Einkommen lag immer in Höhe des Durchschnitteinkommens, somit hat er 45 EP bisher auf seinem Punktekonto bei der Deutschen Rentenversicherung angesammelt. Er möchte zu Beginn des Jahres 2019 in Rente gehen.

Sein Rentenanspruch liegt somit bei 45 EP X 32,03 EUR (aRW) = 1.441 EUR an Monatsrente

Für diese Rente muss er einen Beitrag an seine gesetzliche Krankenkasse plus einen Beitrag für die gesetzliche Pflegepflichtversicherung in Höhe von etwa 11% abführen, also 158,50 EUR, somit verbleiben ihm vor Steuer 1.282,50 EUR mtl. = 15.390 EUR p.a.

Im gleichen Jahr liegt das statistische Durchschnittseinkommen bei 37.873 EUR – hiervon werden nun die Sozialversicherungsbeiträge für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgezogen – z.B. 20% = 7.574 EUR. Die anfallende Steuer auf dieses Einkommen bleibt hier unberücksichtigt. Das Durchschnittseinkommen vor Steuer nach Abzug der SV-Beiträge beträgt somit 30.300 EUR

Nun wird die Rente vor Steuer (15.390 EUR) mit dem Durchschnittseinkommen vor Steuer (30.300 EUR) ins Verhältnis gesetzt – das ist das Rentenniveau nach § 154 SGB VI.